Mehr Erinnerungen mit der ABC Challenge

Irgendwann in den letzten Monaten ist mir ein Gedanke ziemlich klar geworden: Das Leben wird nicht automatisch voller, nur weil Zeit vergeht. Es wird voller durch Erinnerungen. Durch Dinge, die man zum ersten Mal macht. Durch Momente, die aus dem Gewohnten herausfallen und später bleiben.

Ich habe für mich gemerkt, dass ich genau davon mehr will.

Nicht mehr Termine. Nicht mehr Produktivität. Nicht noch ein weiteres System, um meinen Alltag zu optimieren. Sondern mehr echte Erlebnisse. Mehr Geschichten, an die ich mich in ein paar Jahren noch erinnere. Mehr Momente, die mein Leben größer machen.

Deshalb habe ich mir für 2026 eine kleine Challenge gesetzt: Für jeden Buchstaben des Alphabets möchte ich eine Unternehmung machen, die ich zum ersten Mal mache oder zum ersten Mal allein mache.

Keine perfekte Bucket List. Kein Leistungsprojekt. Eher ein freundlicher Schubs ins Leben.

Warum ich diese Challenge liebe

An der ABC Challenge mag ich vor allem, dass sie gleichzeitig konkret und offen ist.

Konkret, weil es am Ende eben doch 26 Buchstaben sind. Ein Jahr bekommt plötzlich Form. Offen, weil ich nichts künstlich erzwingen muss. Die besten Ideen entstehen nicht am Reißbrett, sondern aus echter Neugier, aus Gesprächen, aus spontanen Momenten und aus dem Gefühl: Ja, das würde ich gern erleben.

Und genau das ist in den letzten Monaten passiert.

Ich war allein in einer Weinbar und habe gemerkt, wie schön sich Unabhängigkeit anfühlen kann, wenn sie nicht Einsamkeit ist, sondern Freiheit. Ich habe einen Nähkurs gemacht. Ich habe ein K-Pop-Quiz im Grassi Museum co-moderiert. Ich war bei einer Lesung. Ich war auf der Buchmesse. Und ich habe mir Blumen auf den Balkon gepflanzt, was auf dem Papier vielleicht unspektakulär klingt, aber eben trotzdem etwas war, das ich vorher noch nie gemacht hatte.

Nicht jedes dieser Erlebnisse war riesig im klassischen Sinn. Aber genau das ist für mich der Punkt. Erinnerungen entstehen nicht nur aus den ganz großen Reisen oder aus spektakulären Lebensereignissen. Sie entstehen auch aus diesen kleineren Premieren, die einen innerlich ein Stück verschieben.

Besonders schön finde ich, dass sich durch die Challenge auch mein Verhältnis zum Alleinsein verändert hat. Vor ein paar Monaten war es für mich noch deutlich herausfordernder, Dinge allein zu machen. Inzwischen wird es immer normaler. Nicht als Rückzug, sondern als gewachsene Selbstständigkeit.

Die ABC Challenge ist deshalb für mich nicht nur eine Sammlung von Unternehmungen. Sie ist auch ein sichtbarer Beweis dafür, dass mein Leben nicht nur aus Routine besteht.

Was schon da ist und was noch kommt

Ein paar Buchstaben sind schon mit echten Erinnerungen gefüllt. Andere sind noch Ideen, Pläne oder kleine Versprechen an mich selbst.

Genau das mag ich an der Challenge so sehr: Sie besteht gleichzeitig aus Vergangenheit und Zukunft. Ein Teil davon sagt: Schau mal, was du schon erlebt hast. Der andere Teil fragt: Worauf freust du dich noch?

Gerade das macht das Projekt für mich so lebendig. Es gibt bereits wunderschöne Erinnerungen, und gleichzeitig stehen Dinge wie Xanten, Yoga oder Malen nach Zahlen schon als nächste mögliche Kapitel im Raum. Und ganz ehrlich: Niemals wäre ich ohne diese Challenge nach Xanten gefahren. Ja, auch deshalb, weil ich auf Xylophon wirklich keine Lust hatte.

Dafür habe ich den ABC Challenge Tracker gebaut

Relativ schnell war klar, dass ich diese Challenge nicht nur lose irgendwo in Notizen festhalten will. Ich wollte etwas, das den Fortschritt auf einen Blick sichtbar macht. Etwas, das sich nicht nach Tabellenarbeit anfühlt, sondern nach einem Ort für Erlebnisse.

Daraus ist mein ABC Challenge Tracker entstanden, der unter abc.owlex.de läuft.

Die Idee dahinter ist sehr simpel: Alle 26 Buchstaben sind sofort sichtbar. Zu jedem Buchstaben kann ich Notizen hinterlegen, ein Datum setzen und Bilder ergänzen. Dadurch entsteht nicht nur eine Liste, sondern mit der Zeit ein visuelles Tagebuch aus kleinen und großen Erlebnissen.

Der Tracker ist dabei nicht nur für mich gedacht. Ich wollte etwas bauen, das auch andere nutzen können, wenn sie Lust auf ihre eigene ABC Challenge haben. Etwas, das die Hürde klein hält und den Spaß in den Vordergrund stellt.

Meine aktuelle Übersicht im ABC Challenge Tracker

Ein paar technische Details

Technisch ist die App bewusst klein und direkt gehalten.

Sie ist mit React, TypeScript und Vite gebaut. Die Daten landen nicht in irgendeiner fremden Datenbank, sondern im eigenen Google Drive der Nutzer:innen. Dazu kommen ein paar praktische Dinge wie Notizen, Datumsfelder, Bild-Uploads, Deutsch/Englisch und ein Offline-Fallback, falls gerade keine Verbindung da ist.

Ich mag an solchen Projekten besonders, wenn die Technik nicht im Vordergrund steht, sondern die eigentliche Idee trägt. In diesem Fall also nicht: “Schau, was für eine tolle App.” Sondern: “Schau, wie man Erinnerungen sichtbar machen kann.”

Fazit

Die ABC Challenge ist für mich am Ende kein Selbstoptimierungsprojekt. Sie ist eher eine Erinnerung daran, dass ein schönes Leben nicht einfach passiert. Man muss ihm ein bisschen entgegengehen.

Und manchmal reicht dafür schon ein einzelner Buchstabe.

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